Ansitze, jagdliche Einrichtungen
Jagdliche Einrichtungen erfüllen im Revier verschiedene Zwecke: Sie dienen dem Ansitz, der Wild Hege oder dem gezielten Anlocken für die Bejagung.
Hier ist die kompakte Übersicht der wichtigsten Einrichtungen:
1. Ansitzeinrichtungen (Beobachtung und Jagd)
Hochsitz: Der klassische, meist überdachte und wetterfeste Holzturm. Er bietet dem Jäger Deckung, Windschutz und eine gute Übersicht über Freiflächen. Durch die erhöhte Position schießt man steil nach unten, wodurch der Boden als sicherer Kugelfang dient.
Drückjagdbock: Eine deutlich niedrigere, meist offene und transportable Holzkonstruktion (ca. 2 bis 3 Meter hoch). Er wird flexibel für Gesellschaftsjagden (Drückjagden) an Wechseln aufgestellt. Auch hier sorgt die leichte Erhöhung für den nötigen Kugelfang, während der Jäger schnell im Stehen mitschwingen und schießen kann.
2. Hege- und Reviereinrichtungen
Salzlecke: Eine Einrichtung zur Versorgung des Wildes mit lebenswichtigen Mineralsalzen (meist Natriumchlorid). Häufig wird dafür ein Salzstein auf einen angehauenen Baumstumpf gesetzt oder in einer Astgabel befestigt, sodass der Regen das Salz am Stamm herabwäscht, wo das Wild es leckt.
Suhle: Eine feuchte, schlammige Bodenvertiefung, die besonders von Schwarzwild (Wildschweinen) und Rotwild zur Körperpflege und Thermoregulation (Abkühlung) genutzt wird. Die Schlammschicht schützt das Wild nach dem Trocknen zudem vor Insekten. Oft befindet sich direkt daneben ein Malbaum, an dem sich die Sauen den Schlamm mitsamt Parasiten wieder abreiben.
3. Einrichtungen zum Anlocken (Gezielte Bejagung)
Kirrung: Ein Platz, an dem gezielt geringe Mengen an Futter (meist Mais oder Getreide) ausgebracht werden, um Schwarzwild anzulocken und dort zu erlegen. Das Ziel ist *nicht* die Fütterung, sondern das "Gewerken" (Beschäftigen) der Sauen. Rechtlich ist die Menge und Art des Kirrguts streng durch die Landesjagdgesetze geregelt.
Luderplatz: Ein spezieller Platz zum Anlocken von Raubwild (vor allem Füchse, Dachse und Waschbären). Als "Luder" bezeichnet man fleischliche Köder wie Aufbruch (Innereien), Schlachtabfälle oder Fallwild. Um das Raubwild länger zu beschäftigen und den Jagderfolg am Ansitz zu erhöhen, wird das Luder oft vergraben oder tief im Boden verankert.




