Heinzehof Wildwiese

Wildwiese Heinzehof

Naturschutz.

Streuobstwiesen und Wildwiesen gehören zu den wertvollsten und artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Obwohl sie sich optisch und in ihrer Nutzung unterscheiden, teilen sie eine Gemeinsamkeit: Sie sind absolute Hotspots für die biologische Vielfalt (Biodiversität).

1. Streuobstwiesen: Die doppelstöckigen Paradiese
Eine Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstbaus. Das Besondere daran ist die Kombination aus weitläufig „verstreuten“, hochstämmigen Obstbäumen (wie Apfel, Birne, Kirsche oder Pflaume) und einer Unterkultur, die meist als Wiese oder Weide genutzt wird.

Lebensraum: Durch die Kombination aus Holz-, Kronen-, Blüten- und Graslandschaft bieten sie Lebensraum für mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Vögel wie der Steinkauz, Siebenschläfer und unzählige Insekten finden hier Unterschlupf.

Genpool: Sie sichern das Überleben alter, robuster Obstsorten, die im intensiven Plantagenanbau längst verschwunden sind.

Pflege: Sie sind vom Menschen geschaffen und müssen extensiv (schonend) gepflegt werden (moderater Baumschnitt, Mahd ein- bis zweimal pro Jahr oder Beweidung), da sie sonst verbuschen.

2. Wildwiesen: Die ungezähmten Oasen
Wildwiesen (oft auch als Blühwiesen oder Naturwiesen bezeichnet) zeichnen sich dadurch aus, dass sie – im Gegensatz zu intensiv gedüngten, grünen Rasenflächen – aus einer bunten Vielfalt heimischer Wildkräuter und Gräser bestehen. Bäume stehen hier in der Regel nicht im Fokus.

Nahrungsquelle: Sie sind die wichtigste Tankstelle für Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und andere Bestäuber. Die Vielfalt an Pflanzen führt zu einem kontinuierlichen Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Herbst.

Boden- und Klimaschutz: Die tiefen, unterschiedlichen Wurzelsysteme der Wildkräuter lockern den Boden auf, speichern Wasser und schützen vor Erosion.

Pflege: Weniger ist mehr. Wildwiesen werden meist nur ein- bis maximal zweimal im Jahr gemäht (oft erst im Spätsommer, damit die Pflanzen aussamen können). Das Schnittgut wird abtransportiert, um den Boden "abzumagern" (nährstoffarm zu halten), da Wildblumen auf mageren Böden am besten gedeihen.
 

Das Fazit: Während die Streuobstwiese ein Jahrhunderte altes, menschengemachtes Agroforstsystem ist, das uns auch mit Nahrung versorgt, ist die Wildwiese ein reiner, krautiger Rückzugsort für die Flora und Fauna. Oft findet man übrigens das Beste aus beiden Welten: Eine artenreiche Wildwiese, die direkt unter den Bäumen einer Streuobstwiese wächst.

 

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