Insekten

Insekten

Vielseitigkeit der Natur

Insekten bilden die mit Abstand artenreichste Tiergruppe bei uns. Allein in Deutschland gibt es rund 33.000 nachgewiesene Insektenarten. Sie besetzen fast jeden Lebensraum an Land und im Süßwasser und halten als Bestäuber, Abfallverwerter und Nahrung für Vögel unsere Ökosysteme am Laufen.

Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten einheimischen Gruppen.

Die vier „Großen“ (Hauptkategorien)
Über 80% aller einheimischen Insekten gehören zu nur vier großen Ordnungen. Sie alle eint die **holometabole Metamorphose** – das bedeutet, sie entwickeln sich vom Ei über eine Larve und ein Ruhestadium (Puppe) zum fertigen Fluginsekt.

1. Käfer (Coleoptera) – Die Panzerkünstler
Mit rund 7.000 Arten in Deutschland stellen die Käfer die größte Gruppe. Ihr unverkennbares Merkmal sind die zu harten Schutzschilden (*Elytren*) umgewandelten Vorderflügel, unter denen die dünnen Flugflügel zusammengefaltet liegen.

 Einheimische Beispiele: Marienkäfer, Hirschkäfer, Maikäfer, Laufkäfer.


2. Hautflügler (Hymenoptera) – Die Staatsbürger & Bestäuber
Diese Gruppe umfasst knapp 10.000 einheimische Arten. Viele von ihnen leben in hochsozialen Staaten, andere als Einsiedler. Sie besitzen zwei Paar häutige, miteinander verkoppelte Flügel. Die Weibchen haben oft einen Wehrstachel.

Einheimische Beispiele: Honigbiene, Wildbienen (z. B. Hummeln), Wespen, Ameisen.


3. Zweiflügler (Diptera) – Die Flugakrobaten
Zu ihnen gehören rund 9.500 Arten bei uns. Ihr biologischer Trick: Sie haben die Hinterflügel zu winzigen Schwingkölbchen (*Halteren*) umgewandelt. Diese funktionieren wie Kreiselstabilisatoren, was sie zu extrem wendigen Fliegern macht.

Einheimische Beispiele: Stubenfliege, Schwebfliegen (oft im Wespen-Look getarnt), Stechmücken.


4. Schmetterlinge (Lepidoptera) – Die Farbenprächtigen
Etwa 3.700 Arten leben in Deutschland – der Großteil davon sind allerdings eher unauffällige Nachtfalter. Ihre Flügel sind dicht mit winzigen, farbigen Schuppen besetzt. Sie besitzen als erwachsene Tiere meist einen langen Saugrüssel.

Einheimische Beispiele: Tagpfauenauge, Zitronenfalter, Schwalbenschwanz, Admiral.


Weitere wichtige einheimische Insektenkategorien
Neben den vier Riesen gibt es Gruppen, die sich meist direkt vom Jungtier (Nymphe) ohne Puppenstadium zum erwachsenen Tier entwickeln (hemimetabole Entwicklung):
 

Wanzen, Zikaden und Pflanzenläuse (Hemiptera): Sie besitzen stechend-saugende Mundwerkzeuge. Bekannte Vertreter sind die Grüne Stinkwanze oder die lautstarken Singzikaden.
 Heuschrecken (Orthoptera): Berühmt für ihre kräftigen Sprungbeine und den typischen Gesang, den sie durch das Aneinanderreiben von Körperteilen erzeugen. Beispiele: Grünes Heupferd, Feldgrille.
 Libellen (Odonata): Exzellente Jäger mit riesigen Facettenaugen und unabhängig voneinander steuerbaren Flügeln. Ihre Larven leben räuberisch im Wasser. Beispiele: Blaugrüne Mosaikjungfer, Plattbauch.
 

Herausforderung heute: Auch wenn die Artenzahl riesig klingt, schrumpft die schiere Menge an Insekten (Biomasse) in Mitteleuropa seit Jahren drastisch. Der Verlust von Wildblumenwiesen und der Einsatz von Pestiziden machen unseren heimischen Sechsbeinern schwer zu schaffen.
 

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