Sonstige Tiere:

Sonstige Tiere

Vielseitigkeit der Natur

z.B. Schnecken und Krebse

Sowohl einheimische Schnecken als auch Flusskrebse spielen eine riesige Rolle in unserem Ökosystem. Während die einen an Land und im Wasser den Boden "aufräumen", gelten die anderen als die Gesundheitspolizei unserer Bäche und Seen.

Hier ist eine kompakte Übersicht über die wichtigsten heimischen Arten und ihre Besonderheiten.

1. Einheimische Schnecken (Gastropoda)
In Deutschland leben rund 260 bis 300 verschiedene Schneckenarten (die meisten davon an Land). 

Man unterscheidet sie grob in zwei Gruppen:

Gehäuseschnecken (Die Nützlinge)
Sie tragen ihr "Haus" aus Kalk auf dem Rücken, das sie bei Trockenheit verschließen können. Sie sind für Gärtner meist völlig harmlos.
 Weinbergschnecke:Unsere größte heimische Gehäuseschnecke. Sie steht unter Naturschutz und frisst am liebsten welke Pflanzenteile – und sogar die Eier von Nacktschnecken!
Bänderschnecken (Garten- und Hain-Bänderschnecke): Die kleineren, oft gelb oder braun gestreiften Schnecken, die man überall in Hecken findet. Sie ernähren sich hauptsächlich von Algen und totem Pflanzenmaterial.

Nacktschnecken (Die Gefräßigen & ihre Jäger)
Spanische Wegschnecke: Eigentlich eine eingewanderte Art (Neozoon), aber heute die häufigste Nacktschnecke. Sie ist der typische "Salatdieb" im Garten, da sie frisches Grün liebt.
Tigerschnegel: Eine große, Leoparden-artig gemusterte Nacktschnecke. Sie ist extrem nützlich, da sie räuberisch lebt und die Eier (sowie kleinere Exemplare) der schädlichen Wegschnecken frisst.

Schnecken bestimmen 

Weichtiere | Naturportal Südwest

2. Einheimische Krebse (Crustacea)
Wenn wir von einheimischen Krebsen sprechen, sind meist die Süßwasser-Flusskrebse gemeint. Sie gehören zu den Zehnfußkrebsen und atmen durch Kiemen. In Deutschland gibt es exakt drei echte heimische Arten:

Edelkrebs (Astacus astacus)| Bis 20 cm | Nährstoffreiche, saubere Flüsse, Seen & Teiche | Größte heimische Art. Früher eine wichtige Speise, heute stark bedroht. Rote Scherenunterseite. |
|Steinkrebs (Austropotamobius torrentium)| Bis 10 cm | Kalte, schnell fließende Gebirgs- und Waldbäche | Klein und unbedornt. Braucht extrem sauberes Wasser und versteckt sich unter Steinen. Stark gefährdet. |
Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes) | Bis 12 cm | Kühle Bäche (nur im Südwesten Deutschlands) | Sehr selten, kommt bei uns fast nur noch in wenigen Bächen in Baden-Württemberg vor. |

Die größte Bedrohung: Invasive Arten & Die Krebspest
Unsere drei heimischen Krebsarten sind akut vom Aussterben bedroht. Das liegt zum einen an der Gewässerverschmutzung, zum anderen an eingeschleppten nordamerikanischen Krebsarten (wie dem Signalkrebs oder Kamberkrebs).
Diese amerikanischen Krebse übertragen einen fadenpilzähnlichen Erreger – die Krebspest. Während die amerikanischen Arten dagegen immun sind, verläuft die Infektion für unsere heimischen Krebse innerhalb weniger Tage zu 100 % tödlich.

Fazit: Beide Tiergruppen sind unverzichtbare Aufräumer der Natur. Schnecken zersetzen totes Laub und Pflanzenreste an Land, während Flusskrebse als "Gesundheitspolizei" Aas und kranke Tiere im Wasser beseitigen und so die Gewässer sauber halten.
 
Edelkrebsprojekt NRW | Europäischer Edelkrebs
 

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