Hühnervögel

Hühnervögel

Vielseitigkeit der Natur

Übersicht zu den heimischen (und teils eingebürgerten) Wildhühnern Mitteleuropas. 

In der Jägersprache unterscheidet man sie vor allem nach ihren Läufen: Die Glattfußhühner haben nackte Läufe und Zehnen, während die Raufußhühner als Anpassung an kalte Regionen befiederte Läufe besitzen.

1. Glattfußhühner (Fasanenartige)
Diese Arten leben meist im Offenland, auf Feldern oder in Heckenlandschaften. Sie sind typische "Bodenvögel", die bei Gefahr eher wegrennen als auffliegen.

Fasan: Ursprünglich in der Antike aus Asien eingebürgert, heute fester Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Die Hähne sind auffallend bunt mit langen Schwanzfedern, die Hennen schlicht braun getarnt. Sie lieben abwechslungsreiche Landschaften mit Feldgehölzen (sogenannte Remisen).

Rebhuhn: Ein echter Urtyp unserer Agrarlandschaft. Unscheinbar graubraun mit einem hufeisenförmigen, dunklen Fleck auf der Brust (besonders beim Hahn). Sie leben in Familienverbänden, den sogenannten "Ketten". Durch die intensive Landwirtschaft sind ihre Bestände extrem stark zurückgegangen.

Wachtel: Unser kleinstes Wildhuhn (etwa starengroß). Das Besondere: Die Wachtel ist der einzige echte Zugvogel unter unseren Hühnervögeln; sie überwintert in Afrika. Man hört sie im Sommer oft auf Getreidefeldern mit ihrem typischen dreisilbigen Ruf ("Pick-wer-wick").

Steinhuhn: Ein reiner Gebirgsbewohner der Alpen. Es hat eine markante schwarz-weiße Gesichtszeichnung und quergestreifte Flanken. Es lebt oberhalb der Baumgrenze an sonnigen, felsigen Steilhängen.

Rothuhn: Ähnelt dem Steinhuhn optisch stark (ebenfalls rote Beine und roter Schnabel), ist aber eigentlich im südwesteuropäischen Raum (Spanien, Frankreich) heimisch. In Deutschland gibt es nur sehr vereinzelte, meist ausgesetzte oder entflogene Vorkommen, weshalb es bei uns nicht als klassisch einheimisch gilt.
 

2. Raufußhühner
Ihre Läufe sind zum Schutz vor Kälte und Schnee bis zu den Zehen befiedert. Zudem bilden sie im Winter hornige Fransen an den Zehenseiten aus, die wie Schneeschuhe wirken. Sie sind fast alle Spezialisten der Wälder oder Moore.

 Auerhahn (Auerwild): Das größte Federwild Europas (Hähne werden bis zu 5 kg schwer). Typisch sind der schaufelförmige Schwanz und das dunkle Gefieder mit metallisch grünem Brustschild. Er braucht alte, lichte Nadelwälder (vor allem mit Heidelbeeren) und ist extrem störungsempfindlich. In Deutschland akut vom Aussterben bedroht.

Birkhahn (Birkwild): Etwas kleiner als der Auerhahn. Der Hahn ist blauschwarz mit lyraförmig geschwungenem Schwanz und weißen Flügelbinden. Birkhühner leben in der Übergangszone zwischen Wald und offenem Gelände (Moore, Heide, Krummholzzone in den Alpen).

Rackelwild: Das Rackelwild ist keine eigene Art, sondern ein Hybrid (Kreuzung) aus Auerhenne und Birkhahn. Die Hähne sind meist unfruchtbar und zeigen ein rabiates Verhalten auf den Balzplätzen, wo sie sowohl Birk- als auch Auerhähne vertreiben.

Haselhuhn: Das kleinste heimische Raufußhuhn (etwa taubengroß). Es lebt extrem heimlich und gut getarnt in dichten, unterholzreichen Mischwäldern mit Weiden, Erlen und Birken. Man bekommt es wegen seiner perfekten Tarnung und des dichten Lebensraums fast nie zu Gesicht.

Schneehuhn: Hier muss man in Mitteleuropa genauer hinschauen, denn es gibt zwei relevante Arten:
Alpenschneehuhn: Lebt in den Hochlagen der Alpen. Es wechselt im Winter sein Gefieder zu komplett Weiß (bis auf die schwarzen Stoßfedern), um im Schnee unsichtbar zu sein.
Moorschneehuhn: Es kommt in den Mooren und Heiden Nordeuropas vor. In Deutschland gab es früher eine eigene Unterart (das Moorhuhn), diese gilt hierzulande aber mittlerweile als ausgestorben.


Zusammenfassender Status: Fast alle einheimischen Raufußhühner sowie das Rebhuhn stehen aufgrund von Lebensraumverlust, Klimawandel und intensiver Nutzung der Landschaft auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten und genießen ganzjährige Schonzeit oder stehen unter strengem Naturschutz.

 Hühnervögel – Wikipedia

 

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