Schalenwild

Schalenwild

Vielseitigkeit der Natur

Als Schalenwild bezeichnet man im Jagdrecht alle dem Jagdgesetz unterliegenden Paarhufer. Das Wort leitet sich von den Klauen ab, die in der Jägersprache „Schalen“ genannt werden.
Wenn wir das Rehwild (unseren häufigsten und kleinsten Hirschartigen) außen vor lassen, teilen sich die verbleibenden einheimischen Schalenwildarten in zwei Gruppen: die Geweihträger (Cerviden) und das Schwarzwild (Suiden). Dazu kommen noch einige etablierte, teils eingebürgerte Wildarten.


Hier ist die Übersicht der wichtigsten Arten in unseren Wäldern:

1. Das Schwarzwild (Wildschwein)

Das Wildschwein (Sus scrofa) nimmt eine Sonderstellung ein: Es ist der einzige einheimische Nicht-Wiederkäuer unter dem Schalenwild und extrem anpassungsfähig.

2. Das Rotwild (Rothirsch)

Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist das größte freilebende Landsäugetier Mitteleuropas und wird auch als „König des Waldes“ bezeichnet.

Merkmale: Männliche Tiere (Hirsche) tragen ein mächtiges Geweih aus Knochensubstanz, das jedes Jahr im Spätwinter abgeworfen und bis zum Sommer neu gebildet wird. Weibliche Tiere heißen Alttiere, die Jungen Kälber.
Lebensweise: Rotwild ist sehr scheu und lebt außerhalb der Paarungszeit in nach Geschlechtern getrennten Rudeln. Die Paarungszeit (Brunft) im September/Oktober ist berühmt für das weithin hörbare Röhren der Hirsche.
Ernährung: Reiner Pflanzenfresser (Wiederkäuer). Da es sich eigentlich um ein Tier der offenen Landschaft handelt, das durch den Menschen in den Wald gedrängt wurde, kommt es durch das Schälen von Baumrinden oft zu forstlichen Schäden.


3. Weitere einheimische & eingebürgerte Arten

Neben Wildschwein und Rothirsch gibt es drei weitere relevante Schalenwildarten in Deutschland, die teils regional sehr unterschiedlich häufig vorkommen:


Wildart Herkunft / Vorkommen / Besondere Merkmale:
Damwild (Dama dama) Ursprünglich aus Kleinasien, im Mittelalter eingebürgert. Sehr häufig in Parks und lichten Wäldern. Kleiner als Rotwild. Typisch ist das schaufelförmige Geweih der Hirsche und das oft auch im Sommer weiß gefleckte Fell.
Sikawild (Cervus nippon) Aus Ostasien importiert, es gibt einige feste Wildvorkommen (z.B. am Hochrhein oder in Schleswig-Holstein). Ähnelt dem Damwild, hat aber im Alter ein spießartiges Geweih. Berühmt für seinen schrillen Warnpfiff.
Muffelwild (Ovis gmelini musimon) Ursprünglich aus Korsika/Sardinien, Anfang des 20. Jahrhunderts als Jagdwild auf dem Festland ausgesetzt.
Das einzige Wildschaf in unseren Wäldern. Die Widder tragen schneckenförmig gedrehte Hörner, die (anders als Geweihe) ein Leben lang wachsen. Außerdem: Gamswild und Steinwild.

Schon gewusst? Während Hirsche (Rot-, Dam-, Sikawild) ihr Geweih jedes Jahr im Frühjahr abwerfen und komplett neu aufbauen, behalten Hornträger (wie das Muffelwild oder die im Hochgebirge lebende Gämse) ihren Kopfschmuck ein Leben lang. Das Horn wächst kontinuierlich mit.

Grundlagen Schalenwild

 

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