Stelzenvögel
Vielseitigkeit der Natur
Diese großen, majestätischen Vögel prägen die heimischen Feuchtgebiete und Kulturlandschaften. Obwohl sie wegen ihrer langen Beine oft umgangssprachlich alle als „Stelzenvögel“ bezeichnet werden, gehören sie biologisch zu drei völlig verschiedenen Vogelfamilien (Reiher, Störche und Kraniche).
Das zeigt sich auch in ihren Verhaltensweisen und Lebensräumen.
Hier ist eine Übersicht:
1. Die Reiher (Ardeidae)
Reiher sind meisterhafte Ansitzjäger. Ihr Hals ist so gebaut, dass sie ihn s-förmig einziehen und bei der Jagd wie einen Speer blitzschnell nach vorne schnellen lassen können. Im Flug ziehen sie den Hals immer eng an den Körper heran.
Graureiher: Unser häufigster Reiher. Er hat ein graues Rückengefieder, einen weißen Kopf mit schwarzen Augenstreifen und einen kräftigen, gelben Schnabel. Er ist extrem anpassungsfähig und jagt längst nicht mehr nur Fische und Frösche, sondern erbeutet auf Feldern auch häufig Mäuse.
Silberreiher: Er ist komplett schneeweiß und etwa so groß wie der Graureiher. Früher ein seltener Wintergast aus dem Osten, hat er sich in den letzten Jahrzehnten fest bei uns etabliert. Im Winter trägt er einen gelben Schnabel, zur Brutzeit färbt sich dieser dunkel.
2. Die Störche (Ciconiidae)
Störche sind ausdauernde Segelflieger. Im Gegensatz zu den Reihern **fliegen Störche immer mit gerade nach vorne gestrecktem Hals**. Sie jagen schreitend auf Wiesen und Feldern.
Weißstorch: Der klassische „Klapperstorch“. Mit seinem weiß-schwarzen Gefieder, den roten Beinen und dem roten Schnabel ist er unverwechselbar. Er sucht die Nähe zum Menschen, brütet auf Dächern oder Strommasten und liebt offenes, feuchtes Grünland.
Schwarzstorch: Der heimliche Cousin des Weißstorches. Er hat ein glänzend schwarz-metallisches Gefieder, eine weiße Unterseite sowie ebenfalls rote Beine und einen roten Schnabel. Im Gegensatz zum Weißstorch meidet er Menschen komplett: Er lebt extrem scheu in dichten, alten Laub- und Mischwäldern mit kleinen Waldbächen.
3. Die Kraniche (Gruidae)
Kranich ("Vogel des Glücks"): Biologisch gehört er in eine ganz eigene Ordnung (Kranichvögel). Er ist größer als Störche und Reiher, hat ein schiefergraues Gefieder und eine markante rot-schwarz-weiße Kopfzeichnung. Charakteristisch ist sein "Busch" aus verlängerten Flügelpedern am Heck. Berühmt sind Kraniche für ihre spektakulären Tänze im Frühjahr und ihre lauten, trompetenartigen Rufe, wenn sie im Keilflug ziehen. Auch Kraniche fliegen mit gestrecktem Hals.
Vogelkunde: Vögel bestimmen - NABU
















