Wasservögel
Vielseitigkeit der Natur
Unsere heimischen Gewässer bieten Lebensraum für eine erstaunliche Vielfalt an Wasservögeln. Um den Überblick zu behalten, teilt man sie am besten nach ihrer Lebensweise, Anatomie und ihrer Art der Nahrungssuche auf.
Hier ist eine kompakte Übersicht über die vorhandenen Gruppen:
1. Die Entenvögel (Anatidae)
Diese Vögel haben den typischen "Entenschnabel" und Schwimmhäute. Sie lassen sich hervorragend nach ihrem Verhalten unterscheiden:
Schwimmenten (z. B. Stockente): Sie leben auf flachen Gewässern. Zum Fressen tauchen sie nicht tief ab, sondern "gründeln" – sie kippen den Körper nach vorne, sodass das Hinterteil aus dem Wasser ragt. Beim Starten fliegen sie fast senkrecht aus dem Wasser auf.
Tauchenten (z. B. Reiherente): Sie leben eher auf tieferen Seen. Um an Nahrung (Muscheln, Schnecken, Wasserpflanzen) zu kommen, tauchen sie komplett unter. Da ihr Schwerpunkt weiter hinten liegt, müssen sie vor dem Abheben erst ein Stück über das Wasser "anlaufen".
Säger (z. B. Gänsesäger): Biologisch gehören sie zu den Enten, haben sich aber komplett auf die Jagd nach Fischen spezialisiert. Ihr Schnabel ist schmal, lang und am Rand sägezahnartig gezackt, damit ihnen glitschige Fische nicht entwischen.
2. Gänse und Schwäne
Sie sind deutlich größer als Enten, leben meist monogam und ernähren sich überwiegend vegetarisch.
Feldgänse (z. B. Graugans): Der Name verrät es – sie verbringen viel Zeit an Land auf Feldern und Wiesen, um Gras und Saatgut zu fressen. Ihre Gefiederfarben sind meist in Braun- und Grautönen gehalten.
Meergänse (z. B. Ringelgans, Kanadagans): Sie sind oft dunkler oder kontrastreicher (schwarz-weiß) gefärbt. Ihren Namen haben sie, weil sie oft an den Küsten überwintern oder dort brüten, man findet einige Arten (wie die Kanadagans) inzwischen aber auch im Binnenland.
Schwäne (z. B. Höckerschwan): Die majestätischen Riesen unserer Gewässer. Mit ihrem extrem langen Hals erreichen sie beim Gründeln Wasserpflanzen in Tiefen, die für Schwimmenten unerreichbar sind.
3. Rallen und Teichhühner (Rallidae)
Rallen sind keine Enten! Sie haben keine echten Schwimmhäute, sondern oft verbreiterte Schwimmbeine oder lange, dünne Zehen, mit denen sie perfekt über Schlamm und Seerosenblätter laufen können.
Rallen (Allgemein, z. B. Blässhuhn): Das Blässhuhn (schwarz mit weißem Stirnschild) ist die bekannteste Ralle. Sie nicken beim Schwimmen rhythmisch mit dem Kopf und tauchen oft nach Pflanzen.
Teichhühner / Teichrallen: Sie gehören zur Familie der Rallen. Das Teichhuhn ist etwas kleiner als das Blässhuhn, hat ein dunkles Gefieder, ein auffälliges rotes Stirnschild mit gelber Schnabelspitze und weiße Streifen an der Flanke. Es lebt meist versteckter im Schilf.
4. Haubentaucher (Podicipedidae)
Der Haubentaucher gehört einer ganz eigenen Familie an (den Lappentauchern).
Er ist perfekt an das Unterwasserleben angepasst: Seine Beine sitzen extrem weit hinten am Körper (was ihn an Land sehr tollpatschig macht), und statt Schwimmhäuten hat er breite Schwmmlappen an den einzelnen Zehen. Berühmt ist er für seine eleganten, synchronen Balztänze im Frühjahr und dafür, dass die Eltern ihre gestreiften Küken oft auf dem Rücken herumtragen.
Hier ist eine Übersicht der in Mitteleuropa vorkommenden Schwimmenten, Tauchenten, Feldgänse, Meergänse, der Nilgans sowie der Schwäne.
1. Schwimmenten (Gründelenten)
Diese Enten suchen ihr Futter meist an der Wasseroberfläche oder "gründeln" (Kopf unter Wasser, Bürzel in der Luft). Beim Starten fliegen sie fast senkrecht aus dem Wasser auf.
Stockente (die bekannteste und häufigste Ente), Krickente (unsere kleinste Ente), Knäkente, Schnatterente, Pfeifente, Spießente, Löffelente (leicht am riesigen, löffelartigen Schnabel zu erkennen), Kolbenente (systematisch ein Bindeglied, wird oft hier oder bei den Tauchenten zugeordnet).
2. Tauchenten
Tauchenten tauchen komplett unter, um am Gewässergrund nach Nahrung (Muscheln, Schnecken, Pflanzen) zu suchen. Um abzuheben, müssen sie meist erst mit den Füßen auf dem Wasser "Anlauf" nehmen.
Reiherente (häufig, mit markantem Schopf/Federschopf am Hinterkopf), Tafelente, Moorente, Bergente, Schellente, und auch die Meerenten (wie Eiderente, Trauerente, Samtente).
3. Feldgänse
Feldgänse sind meist grau oder braun gefärbt, haben rosa oder orangefarbene Beine und Schnäbel und suchen ihre Nahrung vorwiegend an Land auf Wiesen und Feldern.
Graugans (die Stammform unserer Hausgans), Saatgans, Kurzschnabelgans, Blässgans, Zwerggans.
4. Meergänse
Meergänse sind meist kontrastreicher (schwarz, weiß, grau) gefärbt, haben schwarze Beine und einen schwarzen Schnabel. Sie halten sich oft an den Küsten auf.
Ringelgans, Nonnengans, Kanadagans (ursprünglich aus Nordamerika, mittlerweile bei uns sehr häufig), Rothalsgans.
5. Die Nilgans
Die Nilgans nimmt eine Sonderstellung ein. Sie gehört biologisch zu den **Halbgänsen** (Brandgänse/Halbgänse bilden eine Brücke zwischen Enten und Gänsen).
Nilgans: Ursprünglich in Afrika heimisch, wurde sie in Europa eingebürgert (Neozoon) und hat sich stark verbreitet. Sie ist extrem wachsam und recht aggressiv gegenüber anderen Wasservögeln während der Brutzeit.
6. Schwäne
Schwäne sind die größten einheimischen Wasservögel. Sie zeichnen sich durch ihren langen Hals und ihr meist rein weißes Gefieder (im Erwachsenenalter) aus.
Höckerschwan, Singschwan (oft Wintergast), Zwergschwan, Exot: Der Trauerschwan (Schwarzschwan) stammt aus Australien, wird aber hin und wieder als Gefangenschaftsflüchtling in freier Wildbahn gesichtet.
Wasservögel - Infos und Fotos zu der großen Vielfalt der Wasservögel
Wasservögel in Deutschland - heimische Wasservogelarten
























