Spechte

Spechte

Vielseitigkeit der Natur

Unsere sechs einheimischen Spechtarten lassen sich wunderbar in zwei "Verwandtschaftsgruppen" aufteilen: 

Die Buntspechte (schwarz-weiß-rot) und die Erdspechte (grünlich). 

Jeder von ihnen hat seine ganz eigene Nische in unseren Wäldern und Gärten besetzt.

Hier ist eine Übersicht, sortiert nach ihren Besonderheiten:


Die „Schwarz-Weiß-Roten“ (Buntspechte & Verwandte)
Diese Arten sehen sich auf den ersten Blick recht ähnlich, unterscheiden sich aber massiv in der Größe und ihren Ansprüchen an den Lebensraum.

1. Schwarzspecht (Dryocopus martius) – Der Zimmermann des Waldes
Größe: Mit bis zu 50 cm Länge fast so groß wie eine Krähe und unser größter Specht.
 Merkmale: Komplett schwarzes Gefieder; Männchen mit komplett rotem Scheitel, Weibchen nur mit einem roten Fleck am Hinterkopf.
 Besonderheit: Er ist der absolute Schlüsselspieler im Wald. Seine riesigen, ovalen Höhlen (meist in alten Buchen) sind im Nachhinein überlebenswichtig für Eulen, Hohltauben und Fledermäuse. Er zimmert oft mehrere Wochen an einer Höhle.


 2. Buntspecht (Dynamicus major) – Der anpassungsfähige Klassiker
 Größe: Ca. 23 cm (Amselgröße).
 Merkmale: Das klassische "Specht-Design" mit großen, weißen Schulterflecken und einer leuchtend roten Unterschwanzdecke.
 Besonderheit: Der mit Abstand häufigste Specht bei uns. Er kommt super mit uns Menschen klar und besucht im Winter auch gerne Futterhäuschen im Garten. Er nutzt im Winter oft "Spechtschmieden", in denen er Zapfen einklemmt, um an die Samen zu kommen.

 3. Mittelspecht (Leiopicus medius) – Der Eichen-Spezialist
 Größe: Etwas kleiner als der Buntspecht (ca. 21 cm).
 Merkmale: Sieht dem Buntspecht ähnlich, hat aber *keine* schwarzen Zügelstreifen im Gesicht (wirkt im Gesicht "sauberer") und trägt eine dauerhafte, leuchtend rote Kopfkappe.
 Besonderheit: Ein echter Feinschmecker. Er ist streng an alte Eichenwälder gebunden, da er seine Nahrung fast nur aus den Rindenrissen alter Eichenborken pickt. Er trommelt extrem selten; stattdessen "quäkt" er im Frühling auffällig.

4. Kleinspecht (Dryobates minor) – Der Mini-Specht
 Größe: Nur ca. 15 cm klein – kaum größer als ein Haussperling!
 Merkmale: Schwarz-weiß quergebändert am Rücken (erinnert an eine Leiter), kein Rot am Steiß. Das Männchen hat einen roten Scheitel.
 Besonderheit: Wegen seiner Größe sucht er seine Nahrung meist ganz oben in den dünnen Zweigen der Baumkronen (bevorzugt in Totholz von Weichhölzern wie Weiden oder Pappeln). Man übersieht ihn deshalb leicht, obwohl er sehr fleißig trommelt.


Die „Grünen“ (Erdspechte)
Diese beiden Arten ernähren sich völlig anders als die oberen vier: Sie suchen ihre Nahrung fast ausschließlich am Boden.

5. Grünspecht (Picus viridis) – Der Ameisenjäger mit dem "Lachen"
 Größe: Ca. 32 cm (Taubengröße).
 Merkmale: Olivgrüner Rücken, rote Kopfkappe und eine auffällige schwarze "Gesichtsmaske" um die Augen.
 Besonderheit: Er wird auch "Erdspecht" genannt, weil er fast nur auf Rasenflächen und Wiesen herumhüpft. Seine Leibspeise sind Ameisen, die er mit seiner bis zu 10 cm langen, klebrigen Zunge aus dem Boden zieht. Bekannt ist er für seinen Ruf, der wie ein lautes, gellendes Lachen (*"klü-klü-klü"*) klingt.

6. Grauspecht (Picus canus) – Der heimliche kleine Bruder
 Größe: Etwas kleiner als der Grünspecht (ca. 28 cm).
 Merkmale: Ähnlich grün wie der Grünspecht, aber der Kopf ist überwiegend grau. Nur das Männchen hat einen kleinen roten Fleck an der Stirn (nicht den ganzen Scheitel rot).

Besonderheit: Viel scheuer und seltener als der Grünspecht. Er mag strukturierte Laubmischwälder und Parks. Sein Ruf ähnelt dem des Grünspechts, fällt aber zum Ende hin in der Tonhöhe ab und klingt deutlich melancholischer.

 Vögel bestimmen: Spechte im Vergleich - NABU

 

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