Getreide und Feldfrüchte

Getreide und Feldfrüchte

Vielseitigkeit der Natur

Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten heimischen Getreidearten. 

Sie lassen sich am besten an ihren Blütenständen (Ähren oder Rispen) und den sogenannten Grannen (den langen „Haaren“ an den Körnern) unterscheiden.


1. Weizen – Der Dicke, Kompakte
 Merkmale: Die Ähre ist im Vergleich zu Roggen oder Gerste recht dick, gedrungen und quadratisch geformt.
 Grannen: Der bei uns meist angebaute Weizen hat keine oder nur extrem kurze Grannen. Die Ähre wirkt dadurch relativ „nackt“ und glatt.
 Besonderheit:Weizen ist das wichtigste Brotgetreide, da es viel Gluten (Klebereiweiß) enthält, was den Teig gut aufgehen lässt.
 

2. Gerste – Die Langhaarige
 Merkmale: Gerste ist auf dem Feld am leichtesten zu erkennen. Im reifen Zustand hängen die Ähren oft elegant nach unten.
 Grannen: Sie besitzt sehr lange, kräftige Grannen, die wie Haare weit nach oben abstehen. Wenn du ein Feld mit langen „Mähnen“ siehst, ist es fast immer Gerste.
 Besonderheit: Man unterscheidet Sommer- und Wintergerste. Sommergerste wird vor allem als Braugerste für Bier genutzt.

3. Roggen – Der Schlanke mit den kurzen Haaren
 Merkmale: Die Ähren sind deutlich schlanker, länger und flexibler als beim Weizen. Die Pflanze selbst wächst von allen Getreidearten am höchsten. Unreifer Roggen hat oft einen typischen blau-grünen Schimmer.
Grannen: Roggen hat mittellange Grannen – sie sind länger als beim Weizen, aber deutlich kürzer als bei der Gerste.
 Besonderheit: Roggen ist sehr anspruchslos, verträgt Kälte gut und liefert den typischen kräftigen Geschmack für Sauerteigbrot.
 

4. Hafer – Der lockere Ausreißer
 Merkmale: Hafer bildet als einziges der klassischen heimischen Getreide keine kompakte Ähre, sondern eine sogenannte Rispe.
 Wuchsform: Die Körner sitzen in kleinen, verzweigten Ästchen locker nebeneinander und hängen wie kleine Glöckchen nach unten.
 Besonderheit: Hafer gilt als sehr gesund und nährstoffreich (z. B. für Haferflocken oder Hafermilch) und wird meist im Frühjahr gesät (Sommergetreide).

 

5. Mais – Der Riesige
 Merkmale: Mais unterscheidet sich völlig von den anderen Arten. Er wächst weit über mannshoch und bildet dicke, breite Blätter.
 Blütenstand: Die Körner wachsen nicht an der Spitze in Ähren, sondern sitzen dicht an dicht in den bekannten Maiskolben an den Seiten des dicken Stängels.
 Besonderheit: Ursprünglich aus Amerika stammend, wird er bei uns enorm viel als Viehfutter (Silomais) und zur Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt.


 6. Hirse – Die Exotische im Kommen
 Merkmale: Ähnlich wie Hafer bildet auch die Hirse eine Rispe (oder eine sehr dichte Kolbenrispe), an der unzählige winzige, meist runde Körnchen sitzen. Die Pflanze liebt Wärme und übersteht Trockenheit sehr gut.
Besonderheit: Hirse wird in Deutschland wegen des Klimawandels zunehmend als Nischenprodukt interessanter, da sie sehr wenig Wasser braucht und glutenfrei ist.


Schnell-Check für den Spaziergang:
| Getreideart | Blütenform | Erkennungsmerkmal |

Weizen | Ähre | Dick, kompakt, meist komplett ohne „Haare“ (Grannen). |
Gerst | Ähre | Extrem lange, borstige „Haare“ (Grannen). |
Roggen | Ähre | Schlank, mittellange „Haare“, oft bläulich-grün. |
Hafer | Rispe | Keine feste Ähre, Körner hängen locker an kleinen Ästchen. |
Mais | Kolben | Riesige Pflanze, Körner sitzen am Kolben. |

 

Welches Getreide ist das? Dieser einfache Trick hilft beim Bestimmen | agrarheute.com

 

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