Rabenvögel
Vielseitigkeit der Natur
Die klassischen Raben und Krähen (Gattung Corvus)
1. Kolkrabe (Corvus corax)
Der unangefochtene König der Rabenvögel. Er ist so groß wie ein Mäusebussard und damit der größte Singvogel der Welt.
Merkmale: Komplett schwarz, massiver Schnabel, im Flug gut am keilförmigen Schwanz und dem tiefen, grollenden "Klong" oder "Krrrk" zu erkennen.
Besonderheit: Extrem clevere Flieger, die in der Luft oft spektakuläre Rollen und Kunststücke zeigen.
2. Rabenkrähe (Corvus corone)
Die Krähe, die den meisten von uns im Alltag (vor allem im Westen und Süden Deutschlands) begegnet.
Merkmale: Komplett schwarz, schlanker als der Kolkrabe, etwa taubengroß. Der Schwanz ist im Flug gerade abgeschnitten.
Besonderheit: Sie bildet zusammen mit der Nebelkrähe eine sogenannte "Allospezies" – die beiden sind so eng verwandt, dass sie sich in den Grenzgebieten fruchtbar kreuzen.
3. Nebelkrähe (Corvus cornix)
Das farbliche Gegenstück zur Rabenkrähe, das vor allem im Osten Deutschlands und Nordeuropa zu Hause ist.
Merkmale: Körper hellgrau, Kopf, Flügel und Schwanz kontrastierend schwarz.
Lebensraum: Parks, Felder und offene Landschaften.
4. Saatkrähe (Corvus frugilegus)
In deiner Liste hat sich hier der "Sastkrähe"-Fehlerteufel eingeschlichen. Saatkrähen sind sehr gesellige Koloniebrüter.
Merkmale: Imposanter, an der Basis nackter, hellgrauer Schnabel (bei erwachsenen Tieren). Das Gefieder schimmert im Licht bläulich-violett.
Lebensraum: Oft in großen, lautstarken Kolonien in städtischen Parkanlagen anzutreffen.
5. Dohle (Corvus monedula)
Die kleinste unter den klassischen Krähenvögeln und ein echter Höhlenbrüter.
Merkmale: Schiefergraues Gefieder mit auffallend hellem, fast weißem Nacken und einer faszinierenden, hellen Augen-Iris.
Besonderheit: Sie nisten gern in Kirchtürmen oder Schornsteinen und leben in extrem treuen, lebenslangen Dauerehen.
Elster und Häher
6. Elster (Pica pica)
Der "Dieb" aus den Fabeln, der in Wahrheit einfach nur neugierig auf unbekannte Objekte reagiert.
Merkmale: Unverwechselbar schwarz-weiß kontrastierend mit einem sehr langen Schwanz, der je nach Lichteinfall wunderschön grün-blau metallisch glänzt.
Besonderheit: Elstern bauen kunstvolle, kugelige Nester mit einem schützenden "Dach" aus Zweigen.
7. Eichelhäher (Garrulus glandarius)
Der bunte "Polizist des Waldes", da er bei Gefahr extrem lautstark ("Rätschen") schimpft und so alle anderen Tiere warnt.
Merkmale: Rötlich-brauner Körper, auffällige blau-schwarz gebänderte Flügelfedern und ein weißer Bürzel im Flug.
Besonderheit: Er versteckt im Herbst tausende Eicheln als Wintervorrat. Da er nicht alle wiederfindet, ist er einer der wichtigsten Naturschützer für die Verjüngung unserer Eichenwälder.
8. Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes)
Der Spezialist für die Nadelwälder der Mittelgebirge und Alpen.
Merkmale: Dunkelbraun mit einer dichten, weißen Tropfensprenkelung über den ganzen Körper. Der Schnabel ist lang und kräftig.
Besonderheit: Ähnlich wie der Eichelhäher legt er riesige Vorräte an – allerdings primär von den nahrhaften Samen der Zirbelkiefer und der Haselnuss.
Die Bergspezialisten
Die folgenden beiden Arten vervollständigen die Liste der einheimischen Arten und sind primär in den Alpen anzutreffen:
9. Alpendohle (Pyrrhocorax graculus)
Ein extrem geschickter Segelflieger der Hochgebirgsregionen. Sie liebt die Thermik an Felswänden und zeigt waghalsige Flugmanöver.
Merkmale: Komplett schwarz, aber mit einem leuchtend gelben Schnabel und roten Beinen.
Besonderheit: Sehr zutraulich. Wanderer in den Alpen kennen sie als treue Gäste an Gipfelkreuzen und Berghütten, wo sie auf der Jagd nach Brotkrümeln sind.
10. Alpenkrähe (Pyrrhocorax pyrrhocorax)
In Deutschland extrem selten und fast nur noch als Irrgast oder in winzigen alpinen Restbeständen zu finden, europaweit aber die Schwesterart der Alpendohle.
Merkmale: Ähnlich der Alpendohle schwarz, aber mit einem langen, gebogenen, leuchtend roten Schnabel.
Lebensraum: Alpine Matten und felsige Steilhänge.
Vögel bestimmen: Rabenvögel im Vergleich - NABU













