Pflanzen

Pflanzen

Vielseitigkeit der Natur

Die Pflanzenvegetation des Westerwaldes ist stark durch seine Geografie geprägt: ein feucht-kühles Atlantikklima mit hohen Niederschlägen, vulkanische Basaltböden auf den Höhen und tief eingeschnittene Bachtäler. Weil sich intensive Landwirtschaft in den Hochlagen kaum lohnte, hat sich hier ein bemerkenswerter Reichtum an seltenen, naturnahen Lebensräumen erhalten.

Die Vegetation lässt sich im Wesentlichen in drei große Bereiche unterteilen:

1. Die Wälder (Von Natur aus Buchenland)
Ohne den Einfluss des Menschen wäre der Westerwald fast vollständig von Laubwald bedeckt.

Das Fichten-Problem: Große Teile des Westerwaldes wurden historisch mit Fichtenmonokulturen aufgeforstet. Diese wurden in den letzten Jahren durch Trockenheit und den Borkenkäfer extrem dezimiert, weshalb sich die Waldlandschaft aktuell im Umbruch befindet.

Auen- und Sumpfwälder: Entlang der vielen Bachläufe (wie der Nister oder Wied) wachsen typische **Erlen- und Eschenauenwälder**.
 

2. Die Feuchtwiesen und Moore (Das Herzstück des Hohen Westerwaldes)
Das flache, wellige Relief der Hochebene sorgt in Kombination mit dem Regen dafür, dass das Wasser schlecht abfließt. Es haben sich einzigartige Feuchtbiotope gebildet:
Bunte Feuchtwiesen: Hier blühen im Frühsommer seltene Spezialisten wie das Breitblättrige Knabenkraut (eine heimische Orchidee), die gelbe Trollblume, das Wald-Läusekraut, der Fieberklee und die hellblaue Himmelsleiter.
Hochstaudenfluren: An ungemähten Bachrändern wachsen mächtige Stauden wie das Echte Mädesüß und der Kohldistel.
 

3. Die mageren Offenlandschaften
Wo der Boden trocken, nährstoffarm und steinig ist, dominieren ganz andere Pflanzengesellschaften, die durch traditionelle, extensive Beweidung entstanden sind:
Borstgrasrasen: Typisch für die mageren Hochflächen (z. B. rund um die Fuchskaute). Hier wächst das namensgebende, borstige Borstgras, oft vergesellschaftet mit der Arnika.
Wacholderheiden: Eine kulturhistorische Besonderheit (wie das Naturschutzgebiet bei Westernohe), bei der dornige Wacholderbüsche die Landschaft prägen, weil sie vom Weidevieh verschmäht wurden.

Naturschutz-Fokus: Große Teile des Hohen Westerwaldes und der Seenplatte sind heute als europäische FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) streng geschützt, um diese biologische Vielfalt vor Überdüngung und Entwässerung zu bewahren.

Wiesenblumen bestimmen

 

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