Fische
Vielseitigkeit der Natur
Unsere heimische Unterwasserwelt in den Bächen, Flüssen und Seen ist unglaublich vielfältig. Um da den Überblick zu behalten, teilt man die Fische meistens nach ihrer Lebensweise und ihrer Familie ein.
Hier ist eine kompakte Übersicht über die drei großen Gruppen:
1. Raubfische
Diese Jäger stehen am Ende der Nahrungskette im Gewässer. Sie ernähren sich hauptsächlich von anderen Fischen, Krebsen oder Fröschen und sorgen für ein gesundes biologisches Gleichgewicht, indem sie kranke oder schwache Tiere erbeuten.
Merkmale: Meist ein gut bezahntes Maul (wie die "Entenschnabel"-Form des Hechts), ein stromlinienförmiger Körper für schnelle Angriffe und scharfe Sinne.
Typische Vertreter:
- Hecht: Der absolute Lauerjäger, der im Kraut auf Beute wartet.
- Zander: Liebt Tiefes, trübes Wasser und jagt oft in der Dämmerung.
- Flussbarsch: Ein getigerter Schwarmfisch mit stachliger Rückenflosse.
- Wels (Waller): Der größte heimische Süßwasserfisch, der als nachtaktiver Bodenbewohner alles frisst, was ins Maul passt.
2. Karpfenfische (Cypriniden)
Das ist die mit Abstand artenreichste Familie unter unseren heimischen Fischen. Biologisch gesehen ist das eine feste Familie, zu der sowohl typische "Friedfische" als auch ein paar Ausnahmen gehören.
Merkmale: Sie haben keine echten Zähne im Maul, sondern zermahlen ihre Nahrung mit sogenannten *Schlundzähnen* tief im Rachen. Viele Arten haben Tastbarben (Barteln) am Maul, um den Boden nach Futter abzusuchen.
Typische Vertreter:
- Karpfen: Der Namensgeber. Urig, kräftig und wühlt gerne im Schlamm.
- Schleie: Wunderschön olivgrün mit roten Augen, lebt sehr versteckt.
- Brachse (Brassen): Hochrückig und schleimig, zieht in großen Schwärmen durch Seen.
- Rapfen: Die große Ausnahme! Er gehört biologisch zu den Karpfenfischen, jagt als Erwachsener aber wie ein echter Raubfisch an der Oberfläche Kleinfische.
3. Friedfische
"Friedfisch" ist kein biologischer Begriff (wie die Karpfenfische), sondern ein Ausdruck aus der Fischerei. Hierzu zählen alle Fische, die **keine anderen Fische jagen**, sondern sich von Plankton, Insektenlarven, Schnecken, Muscheln oder Wasserpflanzen ernähren. Die allermeisten Karpfenfische fallen in diese Kategorie.
Merkmale: Meist ein friedliches, nach unten gerichtetes Maul (Rüsselmaul), um Nahrung vom Boden aufzunehmen. Sie sind die Hauptnahrungsquelle für die Raubfische.
Typische Vertreter:
- Rotauge (Plötze) & Rotfeder: Die Klassiker in fast jedem Teich und Fluss. Silberne Schuppen, rote Flossen.
- Ukelei (Laube): Kleine, silbrig glänzende Fische, die in riesigen Schwärmen an der Oberfläche nach Mücken schnappen.
- Nase & Barbe: Spezialisten in Fließgewässern, die Algen von den Steinen schaben oder den Kies umdrehen.
Kurz gesagt: Jeder Karpfenfisch (bis auf den Rapfen) ist ein Friedfisch – aber nicht jeder Friedfisch ist ein Karpfenfisch (es gibt z.B. auch friedliche Grundeln oder Coregonen/Renken aus anderen Familien). Die Raubfische halten die Bestände der Friedfische im Zaum.
Fische in Deutschland: Liste der Süßwasserfische mit Vorkommen aller Fischarten








